Höchst komplex

Ein erst kürzlich abgeschlossenes Sanierungsprojekt in der Innenstadt von Zürich, das auch die Lieferung und den Einbau von Ersatz-Dehnfugen umfasste, stellte besonders hohe Anforderungen an die Planungsarbeiten unserer Ingenieure.

Die Annahme, dass die Verwendung von einzelligen Dehnfugen stets unkompliziert verläuft, kann mit diesem Projekt klar widerlegt werden. Obwohl einzellige Dehnfugen (die am häufigsten verbauten Typen von mageba sind die TENSA®GRIP Typ RS und die TENSA®CRETE Typ RE) in der Regel einfacher zu planen, zu fertigen und zu montieren sind als andere Fahrbahnübergangstypen, hat doch jedes Projekt seine eigenen Herausforderungen – wie dieses Sanierungsprojekt in der grössten Stadt der Schweiz wieder einmal verdeutlicht hat.

Die Zollbrücke befindet sich im Herzen von Zürich, direkt neben dem Hauptbahnhof. Sie führt eine Autostrasse, zwei Tramgleise, Fahrradwege und Fussgängerstreifen über die Sihl, die unter dem Bahnhof hindurchfliesst. Bei der Planung der Erneuerung der Strassenbahngleise in diesem Abschnitt, entschied sich die Stadtverwaltung auch gleich die Dehnfugen (jede über 35 m lang) an beiden Enden der Brücke zu ersetzen. Diese aufwendige Sanierung – auch im Hinblick auf Verkehrsbehinderungen, Verkehrsregelungsmassnahmen, Baustellenaufwand und Wirtschaftlichkeit betrachtet – war notwendig und sinnvoll. Zu lösen gab es für die Ingenieure der mageba die Herausforderungen in Bezug auf die Konstruktion, Herstellung und den Einbau der Dehnfugen, insbesondere:

  • Konstruktion und Detaillierung der moderneren Dehnfugen unter exakter Abstimmung auf die komplexe Geometrie der vorhandenen Fugen und deren Anschlusskonstruktionen mit geeigneten Anschlüssen an allen Stellen

  • Durchlass der Strassenbahnschienen und verschiedener Versorgungsleitungen durch die Dehnfuge bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Wasserdichtigkeit 

  • Einbau jeder Dehnfuge in sechs Etappen, abgestimmt auf die Verkehrsführung, mit kurzen Fugenabschnitten, die an zuvor verlegte Teilstücke angeschweisst werden, und anschliessendem Einknüpfen der durchgehenden Gummidichtprofile 

  • Umgang mit den Herausforderungen des Arbeitens neben dem regulären Strassenbahn- und Strassenverkehr oder auf zeitweise gesperrten Strassenbahngleisen, mit allen damit verbundenen Sicherheitsaspekten 

  • Sicherstellung der strikten Einhaltung eines engen Zeitplans und sehr begrenzter Strecken- und Strassensperrungen (grösstenteils in der Nacht)

  • bis hin zum Austausch eines Fugenabschnittes der unter einer Wand verläuft

Die Projektbilder zeigen anschaulich welche besonderen Anforderungen und Fähigkeiten ein solches Projekt erfordert. mageba konnte diesen hohen technischen Ansprüchen gerecht werden, das Projekt zeitplangetreu abschliessen und  einen weiteren Teil zu einer effizienten und zuverlässigen Infrastruktur beitragen.

Auftraggeber: Tiefbauamt Stadt Zürich / Verkehrsbetriebe Zürich
Eigentümer: Tiefbauamt Stadt Zürich

Die Zollbrücke im Herzen von Zürich führt Strassenbahngleise sowie Strassen-, Rad- und Fussgängerverkehr seitlich des Hauptbahnhofs

Die Brücke bildet im Grunde die Fortsetzung eines längeren Bauwerks, das die Sihl direkt unter dem Zürcher Hauptbahnhof mit all seinen oberirdischen Bahnsteigen hindurchführt

Die vorhandenen Dehnfugen an beiden Brückenenden wurden im Rahmen einer umfassenden Erneuerung der Strassenbahngleise ersetzt

Einheben eines Teilstücks der Dehnfuge (eine "TENSA®GRIP RB-A80 Spezial «mit Gleisdurchdringungs-Detailierung")

Ein Fugenabschnitt in Position an einem Ende der freigelegten Brückenkonstruktion, mit Öffnungen für den Durchgang von Strassenbahnschienen

Ein Grossteil der Arbeiten musste in der Nacht durchgeführt werden, um die Auswirkungen auf den Verkehr zu minimieren und die Bauarbeiten zu beschleunigen

Da jede Fuge aus verkehrstechnischen Gründen in sechs Abschnitten installiert wurde, mussten die Abschnitte vor Ort zusammengeschweisst und anschliessend die durchgehenden Gummidichtungen eingeknüpft und Stück für Stück zusammen vulkanisiert werden

Die Ansicht eines Fugenabschnitts, wobei die vorhandene Gleiskonstruktion auf der Brücke vollständig entfernt wurde

Die genaue Abstimmung der Fugenkonstruktion und der Einbauanforderungen der Strassenbahninfrastruktur, die eine Dehnungsfuge durchquert, kann besonders anspruchsvoll sein

Jede Fuge musste in sechs Abschnitten installiert werden – je nach Verkehrsführung und baulichen Details

Jeder Dehnfuge musste genau auf die Geometrie der vorhandenen Situation abgestimmt werden, z. B. mit horizontalen und vertikalen Knicken wie hier gezeigt

In Fussgänger- und Fahrradbereichen waren verschiebbare Abdeckbleche erforderlich, welche die Benutzerfreundlichkeit (Minimierung der «Stolpergefahr») für den Fuss- und Fahrradverkehr erhöht

Eine Dehnfuge, die unter einer Wand hindurchführt, erforderte Abdeckbleche, um den Bewegungsspalt unter der Wand abzudecken

Jede Dehnfuge musste an einem Ende an die Längsfuge zwischen der Brücke und dem angrenzenden Bauwerk, das den Bahnhof trägt, angeschlossen werden (hier nach Unterquerung einer Wand)